| Sonntag, den 14
Juni, morgens 4 Uhr verkündeten Bollerschüsse den eigentlichen Festtag. Die
Spielleute des hiesigen Turnvereins zogen mit Trommeln und Trompetenklang
durch die Straßen der Stadt. Um ½ 5 Uhr war Aufstellung zum Rennen, an
welchem sich 63 Fahrer beteiligten, und zwar 39 im Hauptfahren (30 km), 10
am Erstfahren ( 20 km) und 23 am Neulingsfahren (10 km). Diese Veranstaltung verlief ohne jeden Unfall, und waren die Leistungen im allgemeinen gut. Um ½ 11 Uhr vollzog sich der feierliche Akt der Bannerübergabe, auf dem Festplatz. Anschließend war Preisverteilung für die Rennfahrer. Mittags ½ 12 Uhr stellten sich die Vereine zum Preiskorso auf, an demselben beteiligten sich cirka 18 Vereine. Eine imposante Kundgebung des edlen Radsportes, war der Festzug, der sich durch die Straßen der Stadt, auf den Festplatz bewegte, wo durch Konzert der Stadtmusik und Reigenfahren des Velo Club Möhlin für genußreiche Stunden gesorgt wurde. Bei der Preisverteilung, welche um ½ 6 Uhr stattfand, wurden von den Festdamen, prachtvolle Pokale und Becher den Vereinen überreicht. Für die Abendunterhaltung, hatte sich der Turnverein in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt, und dadurch turnerische Ausführungen und Pyramiden für ein reichhaltiges Programm gesorgt. In fröhlicher Stimmung, bei Musik und Tanz, welch letzterer den Abschluß des schönen Festtages bildete, blieb man noch lange beisammen. Der Montag, 15. Juni, war der Jugend gewidmet. Am Nachmittag konnte man, bei allerlei Spielen, die Kinder auf dem Festplatz versammelt sehen, wo ein Kletterbaum aufgestellt war, Wurstschnappen u.d.gl. veranstaltet wurde. In hochherziger Weise, hatten hiesige Bäcker und Metzger, für das leibliche Wohl der Kinder gesorgt, und wird Ihnen dieser Tag lange in Erinnerung bleiben. Abends war Schlußtanz auf dem Festplatz, und konnte jeder noch nachholen, was er in dieser Beziehung versäumt hatte. Säckingen, Juni 1925, Der Schriftführer Otto Kaiser |
Bei der Generalversammlung am 19. Januar 1929 im Gasthaus „Zum schwarzen Walfisch“ waren 200 Mitglieder zu verzeichnen. Zum damaligen Zeitpunkt war der Verein insbesondere bei Ausfahrten intensiv tätig. Wanderfahrten mit über 400 km waren keine Seltenheit. Erstmals wurde ein Motorradrennen durchgeführt. Die Rennleitung hatte der 2. Vorstand Fritz Greiner. Obwohl das Wetter bei dem ersten Motorradrennen auf dem Eggberg nicht besonders günstig war, wurde das Rennen ein außergewöhnliches Ereignis. Es wurde in 9 Klassen gefahren und Punkt 2 Uhr startete der erste Fahrer. Die ganze Eggbergstraße entlang sah man nichts als strömende Völkerscharen. Schon vor Beginn des Rennens waren Programme und Billets ausverkauft. Am großen Rank war ein reines Menschengewirr, denn hier war die schwerste Kurve und man konnte auch am besten den Wagemut der einzelnen Fahrer beurteilen. Als Sieger des 1. Internationalen Eggberg Rennens in 4.38.2 Minuten mit der Sportmaschine BMW wurde Brütsch, Jungingen, ausgezeichnet. Auf der „Oberle“-Tourenmaschine erreichte Renz, Rothaus, eine Zeit von 4.59.2 Minuten. Insgesamt waren ca. 30 Rennfahrer am Start. Das ganze Rennen ging ohne Unfall vonstatten. Die Rennstrecke betrug 4,2 Kilometer, die Steigung 350 Meter und es gab mehr oder weniger schwierige Kurven.