Bericht im Südkurier vom 23. Dezember 2005

23.12.2005 04:50
Profi im zweiten Anlauf
Bad Säckinger Radrennfahrer Janusch Laule fährt für lettisch-schweizerisches Team
Im zweiten Anlauf klappte es. Radrennfahrer Janusch Laule (RSV Bad Säckingen) unterschrieb in Stein in der Schweiz einen Profivertrag. Vor einem Jahr stand Laule schon vor dem Sprung zum Berufsfahrer, doch das Frankfurter Projekt scheiterte aus finanziellen Gründen.
Radsport:
VON GERHARD VöGTLER
 
 
 
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Karrieresprung: Der Laufenburger Janusch Laule vom RSV Bad Säckingen unterzeichnete in Stein in der Schweiz einen Profivertrag. Foto: Gerd Welte
 

Radsport: - Damit nicht genug: Auch der Plan, eine Hochrhein-Renngemeinschaft unter der Regie des VBC Waldshut-Tiengen zu gründen, ließ sich vor einem Jahr ebenfalls nicht verwirklichen.

Nun hat der 24 Jahre alte Student aus Laufenburg - das Hydrologie-Studium in Freiburg soll 2006 erst einmal ruhen - einen Profivertrag in der Tasche und obendrein zum ersten Mal Autogrammkarten. Der neue Rennstall zählt zur Continental-Kategorie, was der früheren GS-3-Stärke entspricht (Groupe Sportive III) und wird als lettisch-schweizerisches Team mit dem Namen Rietumu-Bank-Riga-Ideal geführt.

Star der Mannschaft ist der Schweizer Zeitfahrspezialist Jean Nuttli. Mit Peter Jörg fährt ein weiterer Eidgenosse für das Team. Laule ist deutsch-schweizerischer Doppelbürger (Mutter Schweizerin), fährt jedoch mit einer deutschen Lizenz. Zu diesem Trio kommen noch zehn Fahrer aus Lettland. Durch den griechischen Hauptsponsor (Ideal-Bike) wird der internationale Anstrich der Laule-Equipe noch verstärkt. Aber mit dem Sitz des Rennstalls auf der Schweizer Hochrheinseite bekommt dieses internationale Radsportprojekt auch einen regionalen Aspekt. "Diese Konstellation ist für mich geradezu ideal", sagt Janusch Laule, der derzeit auf dem Landratsamt in Lörrach ein Praktikum absolviert.

Nachdem vor Jahresfrist sich die Frankfurter Profipläne zerschlagen hatten, nahm sich Laule vor, künftig die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Da fügte es sich gut, dass er die Bekanntschaft mit dem bayerischen Radsport-Manager Benno Riedesser gemacht hat. Dieser vermittelte Janusch Laule die Adresse von Reto Winter, der in Stein das Riga-Projekt ins Rollen brachte.

Winter und Laule wurden sich recht schnell handelseinig, so dass sich gleichsam als Weihnachtsgeschenk der Traum des jungen Rennfahrers vom Radprofi verwirklichte. Winter ließ sich von Laules Ehrgeiz überzeugen, der durch den Gewinn des Nachwuchstrikots beim LBS-Cup 2002 und dem Aufstieg zum Stuttgarter Bundesligafahrer 2003 und 2004 dokumentiert wird.

Wegen einer Viruserkrankung, die mit Antibiotika und Infusionen behandelt wurde, kam Janusch Laule in dieser Saison nicht in Schwung.

Aber seit zwei Monaten kann er nach Plänen des Bad Säckinger Vereinstrainers Peter Schiffner wieder ordentlich trainieren. Und im März geht es mit der neuen Mannschaft ins Trainingslager nach Montenegro mit einer anschließenden Rundfahrt. Zum Saisonauftakt sind dann weitere Rundfahrten in Griechenland und Frankreich vorgesehen.

Die Teamleitung des neuen Rennstalls visiert auch einen Start bei der Rothaus-Regio-Tour im August an. "Das wäre eine tolle Sache, wenn ich da gleichsam als Lokalmatador mit von der Partie sein könnte", schmiedet Janusch Laule Zukunftspläne, die auch einen Start beim Bad Säckinger Grenzland-Kriterium im August im Rahmen der Deutschland-Tour-Etappe umfasst.

Schon im nächsten Jahr will der Laule-Rennstall zur nächst höheren Klasse aufsteigen. Der Vertrag des Laufenburger Neo-Profis läuft vorerst ein Jahr. Laule hätte nichts dagegen, wenn 2006 bei einer Verlängerung die zweite Kategorie Professional Continental zum Zuge käme.

Janusch Laule hat einen Profivertrag mit Perspektive.

 

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