20.09.2004 04:52
Vorbild Tiengen
 
Rheinfelden
VON GERD WELTE
 
radsport
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So viel wurde diskutiert und gestritten im Vorfeld des Grenzland-Kriteriums des RSV Bad Säckingen. Das Rennen im Vorjahr in der Innenstadt war zwar für die Zuschauer interessant, doch beklagten Geschäftsleute Umsatzeinbußen, da Kunden nicht mehr störungsfrei einkaufen konnten. Der RSV Bad Säckingen zog deshalb ins Industriegebiet um.

Die Strecke, wo normalerweise die Abendrennen stattfinden, ist zwar reizvoll und fair, aber "weg vom Schuss". Die Folge: Auch am Samstag kamen nur eingefleischte Radsport-Fans, die Resonanz insgesamt war aber sehr mager.

Ein Hoffnungsschimmer: Bürgermeister Martin Weißbrodt stattete den Radsport-Vereinsverantwortlichen einen Besuch ab. Auch er zeigte sich nicht abgeneigt, im nächsten Jahr wieder einen Versuch in der Innenstadt zu wagen.

Der Sport muss in die Städte, nicht an die Peripherie. Nur so können breitere Schichten für diesen Sport gewonnen werden, nur so können die fleißigen Helferinnen und Helfer des Vereins für ihre Arbeit belohnt werden. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit geht das nicht.

Ein Blick in Nachbarstädte lohnt sich da. Das Kriterium in Rheinfelden findet in der Innenstadt statt, die Tiengener "City Night" ebenfalls. Beide erfahren eine große Resonanz. In Tiengen ging es mitten durch die Fußgängerzone, auf Kopfsteinpflaster, wenige Zentimeter vorbei an den Straßencafés. Action pur, tolle Altstadt-Atmosphäre. Das macht nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Sportlern Spaß.

Und was in Tiengen geht, muss doch auch in Bad Säckingen möglich sein. Oder nicht?